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Töpfereimuseum im alten Pfarrhaus

Der im Jahr 1723 errichtete alte Pfarrhof beherbergt heute auch das Hagener Töpfereimuseum.

Töpfermuseum
Die Sammlung des Töpfereimuseums Hagen a.T.W. gliedert sich in zwei Gruppen. Zum einen sind es Grabungsfunde und zum anderen Töpfererzeugnisse aus in der Regel rezenter Zeit, die durch Schenkungen oder Ankäufe in öffentliche Sammlungen gelangt sind.

In den 1980er Jahren sind in der Nähe mehrerer historischer Töpferwerkstätten auf dem Gebiet der Gemeinde Hagen archäologische Grabungen durchgeführt worden, die sich als sehr erfolgreich erwiesen. Ein Teil des umfangreichen Grabungsmaterials ist seit einigen Jahren ausgestellt. Es handelt sich um die Werkstätten Alte Tiemann (bis Ende 17. Jh.), Metzger (3. Drittel 18. Jh., frühes 19. Jh.) und Haunhorst (19. Jh.).

Zwei bis drei Jahrhunderte jünger ist das ergrabene Material der Werkstätten Metzger und Haunhorst. Es repräsentiert die ‘2. Welle’, die um 1765 einsetzende Periode einer von der Regierung in Osnabrück (Justus Möser) initiierten und geförderten Wiederbelebung des Töpferhandwerks.

Töpfermuseum
Die jüngere Gruppe mit dem Schwerpunkt 2. Hälfte 19./1. Hälfte 20. Jh. setzt sich aus Töpfererzeugnissen zusammen, die in Haushalten der Region Osnabrück aus unterschiedlichen Gründen erhalten geblieben sind. Mit Einzelstücken reichen sie zeitlich bis ins 18. und sogar 17. Jh. zurück. Es handelt sich in der Hauptsache um Irdenware aus dem ehemaligen Töpferzentrum Hagen a.T.W. Niehenke ist der letzte Betrieb in Nordwestdeutschland, der die alte Töpfertradition, wenn teilweise auch modernen Bedürfnissen angepasst, weiterführt. Einen weiteren Akzent in dieser jüngeren Gruppe setzt die gut überlieferte Produktion der zum Teil städtisch-bürgerlich orientierten ‘Kunsttöpferei’ Ahaus in Osnabrück-Hellern (1864 – 1964). Neben dem Betrieb Niehenke ist noch eine zweite bis heute aktive Werkstatt vertreten: Tüting in Ankum. Sie besteht erst seit rund zwei Jahrzehnten, jedoch verbindet ihre Produktion modernes Design mit traditionellen Elementen, die nach Ochtrup verweisen (Töpferei Eiling), wo die Werkstattinhaberin ihre Lehrzeit verbrachte.

Neben Töpferproduktionen aus der Region Osnabrück ist auch Konkurrenzware aus Niederschlesien (Zentrum Bunzlau), dem Raum Marburg und Ochtrup vertreten. Auch Steinzeug heimischer Produktion (Dahmann in Hasbergen, um 1850) sowie aus benachbarten (Stadtlohn/Vreden, Haselünne, 19. Jh.), und entfernteren (Raum Duin-gen/mittlere Weser; Westerwald) Produktionsorten ist der Irdenware als eigene keramische Gruppe an die Seite gestellt.

Die keramische Sammlung des Töpfereimuseums Hagen a.T.W. ist schon zum gegenwärtigen Zeitpunkt die umfangreichste ihrer Art in Norddeutschland.

Besuchergruppen wird der Videofilm "An die Presse stell ich mich nicht!" Traditionelle Töpferei im Osnabrücker Land vorgeführt.


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49170 Hagen a.T.W.
Telefon: 05401/977- 44
Telefax: 05401/977- 49